Rezension: Das Ministerium der Zeit - Kaliane Bradley
Vielen Dank für das Bloggerportal Randomhouse für das Rezensionsexemplar!
Klappentext:
Als eine junge Frau einen neuen Job bei einem geheimnisvollen Ministerium antritt, ahnt sie nicht, dass dieser schwüle Sommer ihr Leben für immer verändern wird. Denn das Ministerium der Zeit hat das geschafft, was niemand jemals für möglich hielt: Menschen durch die Zeit zu transportieren. Und so soll sie dem eigentlich 1847 verstorbenen Polarforscher Commander Graham Gore das Ankommen im lärmenden London des 21. Jahrhunderts erleichtern.
Während er sich an mit den Wundern der Moderne wie Toilettenspülungen und Spotify vertraut macht, muss sie ihn damit konfrontieren, dass sich die Welt nicht unbedingt nur zum Guten gewandelt hat. Und als sei nicht alles ohnehin kompliziert genug, entwickelt sich aus dem anfänglichen Unbehagen weit mehr als nur eine tiefe Freundschaft. Doch das Ministerium hat seine ganz eigenen Pläne mit dem Zeitreisenden und plötzlich verschieben sich heute, morgen und gestern, und was die beiden zusammengeführt hat, droht sie nun mit aller Macht auseinanderzureißen.
Meine Bewertung:
2,5/5 Sternen
Die Idee hinter Kaliane Bradleys Roman Das Ministerium der Zeit hat mich sofort angesprochen: Zeitreisen, ein geheimnisvolles Regierungsprojekt und Figuren, die aus ganz unterschiedlichen Epochen zusammengebracht werden. All das klang nach einer spannenden Mischung aus Science-Fiction und politischem Thriller.
Besonders gelungen finde ich die Grundidee und das Setting. Bradley schreibt von realen historischen Figuren, die in die Gegenwart geholt werden, und stellt die Frage, wie Menschen aus verschiedenen Zeiten miteinander umgehen. Dieser Gedanke ist faszinierend und eröffnet viele Möglichkeiten für Konflikte, aber auch unvorhergesehene Freundschaften und überraschende Momente. Auch die detailreichen Beschreibungen sorgen für eine dichte Atmosphäre, die manchem Lesenden sicher sehr gefallen wird.
Ich selbst habe jedoch lange Schwierigkeiten gehabt, richtig in die Geschichte hineinzufinden. Der Schreibstil ist stark ausschmückend und detailverliebt, was zu einer besonderen Stimmung beiträgt, mich aber eher aus dem Lesefluss gebracht hat. Auch die Handlung entwickelt sich in einem sehr gemächlichen Tempo: Szenen verweilen oft lange bei Stimmungen und kleinen Beobachtungen, während die eigentliche Handlung nur langsam voranschreitet. Wer ruhige, kontemplative Romane schätzt, wird genau darin vielleicht den Reiz dieses Buches sehen; für mich persönlich hat es den Lesegenuss jedoch erschwert, da ich mir mehr Dynamik und Spannung erhofft hatte. Zudem konnte ich keine emotionale Verbindung zu den Figuren aufbauen, da oft zwischen verschiedenen Erzählungen hin- und hergesprungen wurde und die Figuren für mich zu fremd blieben.
Trotz dieser Einschränkungen bin ich froh, den Roman gelesen zu haben. Er wirft spannende Fragen auf und bietet ein ungewöhnliches Konzept, das viele Leser:innen faszinieren dürfte. Auch wenn Das Ministerium der Zeit nicht ganz meinen Geschmack getroffen hat, kann ich es allen empfehlen, die sich für literarische Zeitreisen interessieren und Freude an atmosphärisch dichten und langsam erzählten Geschichten haben.
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