Rezension zu "Hard Land" von Benedict Wells
Hard Land - Benedict Wells
Kaum ein Buch hat es je geschafft, mich so sehr abzuholen und zu berühren wie Benedict Wells' "Hard Land". Die Geschichte rund um den Teenager Sam, der außer den ganz normalen Problemen, die das Erwachsenwerden so mit sich bringt, noch mit viel schlimmeren familiären Belastungen zu kämpfen hat holt den Leser*in von der ersten Seite an ab und fesselt von Anfang bis Ende. Trotz des schweren Themas und der damit folgenden belastenden und melancholischen Stimmung, die in Sams Welt vorherrscht, schafft Wells es trotzdem, ein Gefühl von Leichtigkeit und den ersten aufregenden Erfahrungen des Verliebtseins zu vermitteln, sodass sich das Gefühl beim Lesen eigentlich nur durch einen von Wells im Buch eingeführten Neologismus beschreiben lässt. Euphancholie. " Einerseits zerreißt's dich vor Glück, gleichzeitig bist du schwermütig, weil du weißt, dass du was verlierst oder dieser Augenblick mal vorbei sein wird. Dass alles bald vorbei sein wird. Vermutlich ist die ganze scheiß Jugend Euphancholie." (Hard Land, S.99)
Die Charaktere sind fein ausgearbeitet und vielschichtig, jeder einzelne hat so viel Liebenswürdigkeit an sich, dass man am liebsten in die Geschichte hineinklettern und den Sommer mit Sam und seiner Clique erleben würde. Ich musste beim Lesen mehrmals herzhaft über Cameron's Witze lachen, mit Hightower's Introvertiertheit oder Kirstie's innerlicher Zerrissenheit mitfühlen. Besonders berührt haben mich auch die Charakterentwicklungen der einzelnen Charaktere.
Dieses großartige Coming-of-Age Gefühl, dass man aus Filmen wie "Breakfast Club" oder Büchern wie "The Perks of Being A Wallflower" kennt, paart Wells mit einem sehr belastendem Thema: Verlust, Tod und Leid. Sam und sein Vater müssen miterleben, wie seine Mutter nach und nach den Kampf gegen den Krebs verliert; immer schwächer wird und all ihre Leidenschaften und Liebsten zurücklassen muss. In der Szene, als Sam erfährt dass seine Mutter nicht mehr lebt sowie der darauffolgenden Beerdigungsszene musste ich so sehr weinen; all das hat mich emotional so sehr abgeholt. Als ein Mensch, der mit sechzehn Jahren genau das Gleiche erleben musste wie Sam, hat es mich so sehr getroffen, wie perfekt Benedict Wells es schafft die Gefühle, die man als unsicherer Teenager, dem die Basis des Lebens unter den Füßen weggerissen wird, verspürt, in Worte zu fassen. Jeder Gedanke, jede Emotion saß einfach nur perfekt.
Bitte lest dieses Buch <3 Ihr werdet weinen und lieben und lachen.
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