Weltreise - The Travel Diaries: Singapur #1
The Travel Diaries - SINGAPORE #1
Am 27. November 2019 war es endlich so weit: Die seit Monaten geplante Weltreise meiner besten Freundin und mir konnte endlich starten! Monatelang haben wir nach unserem Abitur bei der Arbeit geschuftet, stundenlang haben wir unsere Reise geplant und tagelang haben wir unsere Rucksäcke gepackt und uns wieder und wieder gefragt, ob wir auch wirklich an alles gedacht haben. Nach dem ein oder anderen Nervenzusammenbruch aus Angst vor dem Ungewissen und Neuen sind wir um vier Uhr morgens mit dem Auto nach Frankfurt zum Flughafen aufgebrochen und haben dort auch direkt für den ersten unserer sechs Langstreckenflüge eingecheckt. Dann hieß es Abschied nehmen - 3 1/2 Monate würden wir unsere Familien nicht sehen und wenn wir wiederkommen, würden wir die Erde, die riesengroße, weite Erde einmal umrundet haben - und das ganz allein. Von jetzt an waren wir auf uns allein gestellt und mussten jedes kleine oder größere Problem allein lösen - unsere Eltern konnten wir höchstens dazu telefonieren. Auch wenn diese Vorstellung uns irgendwie echt Angst gemacht hat, wussten wir beide, dass wir bereit für das Abenteuer waren, das vor uns lag und auf das wir uns schon so lang gefreut hatten. Wir wussten, dass wir so viel erleben werden, so viel lernen und so viel daran wachsen würden und mit diesem Gedanken der Vorfreude gemischt mit einem mulmigen Gefühl in der Magengegend stiegen wir ins Flugzeug. Zwölf Stunden Flug in eine fremde Stadt auf einem Kontinent, auf dem noch keiner von uns vorher war lagen nun vor uns.
Obwohl wir den ganzen Flug mit Entertainment und viel Essen bespaßt wurden, war die innere Unruhe trotzdem da. War es wirklich eine gute Idee, als erstes in ein Land zu reisen, dessen Kultur so anders war als die unsere? Wir hatten zwar ein Hotel gebucht, aber keiner von uns hatte auch nur die geringste Ahnung, wie wir vom Flughafen zum Hotel gelangen würden und wie wir es auch noch mit unseren unglaublich schweren Rucksäcken durch die schwüle Hitze Singapurs schaffen sollten, geschweige denn, ob wir überhaupt Internet haben würden, um eine Karte abzurufen. Ich ärgerte mich innerlich, die Reise nicht viel besser durchgeplant zu haben.
Als wir in Singapur ankamen, war es dort 5 Uhr morgens und wir waren seit fast 24 Stunden auf den Beinen und dementsprechend fertig. Durch die Passkontrolle sind wir zum Glück sehr einfach durch gekommen und auch das W-Lan des überaus modernen Flughafens funktionierte einwandfrei und so konnten wir auch schon den schnellsten Weg zu unserem Hotel heraussuchen, für den wir nur einmal in der U-Bahn umsteigen mussten. Während draußen die Sonne aufging, wir unsere Rucksäcke wieder in Empfang nahmen und wir uns im Badezimmer des Flughafens frisch machten, hat schon fast die Vorfreude wieder überhand genommen und wir waren aufgeregt, rauszugehen und die Stadt zu erkunden.
Als wir uns jedoch auf den Weg zur U-Bahn-Station machen wollten, wurden wir von Sicherheitsbeamten des Flughafens zur Seite gerufen - sie wollten unsere Rucksäcke noch einmal nach gefährlichen Gegenständen durchleuchten. Nachdem mein Rucksack sicher wieder auf der anderen Seite der Detektoren herausgekommen war, leuchtete bei dem Rucksack meiner besten Freundin die rote Lampe auf. Sogleich fragte einer der Sicherheitsbeamten sie in mehr oder weniger verständlichem Englisch, ob sie einen der Gegenstände, die auf den von ihm gezeigten Bild zu sehen waren, in ihrem Rucksack hätte. Darunter war auch Pfefferspray und da sie dies aus Vorsichtsmaßnahmen für das in Neuseeland geplante Camping eingepackt hatte, bejahte sie seine Frage.
Daraufhin ging das Drama dann los - hätten wir uns vorher besser über unser Reiseziel informiert, hätten wir besser über Singapurs extrem strenge Regeln zu sowohl Drogen, Waffen als auch Sauberkeit Bescheid gewusst. So sind wir aber leider direkt ins "Fettnäpfchen" getappt. Ich nenne das Ganze nun Fettnäpfchen und nicht Falle, da meine Freundin wirklich viel Glück hatte und wahrscheinlich teilweise ihrem doch eher unschuldigen Aussehen zu verdanken hatte, dass sie weder ein unglaublich hohes Strafgeld zahlen musste, noch direkt ins Gefängnis gewandert ist - diese Strafen stehen in Singapur nämlich normalerweise für den Besitz einer Waffe wie Pfefferspray aus.
Nachdem die arme Maus also fast eine Stunde den Sicherheitsbeamten und der singapurischen Polizei versichern musste, dass sie wirklich nicht vorhatte, irgendjemanden mit dem Pfefferspray anzugreifen oder andere illegale Dinge in ihrem Land zu tun, wurde sie mit einer Vorbestrafung im singapurischen Rechtssystem "freigelassen" und wir konnten uns endlich auf den Weg zu unserem Hotel machen.
Der ganze Vorfall hat unsere Stimmung natürlich nicht gerade gehoben und gepaart mit dem leicht ängstlichen Respekt vor der fremden Kultur, die jetzt noch mit der Unsicherheit, was wir in Singapur überhaupt tun und lassen dürften (Abends haben wir als erstes Mal gegoogelt, was in Singapur überhaupt alle illegal ist) und unserer steigenden Müdigkeit machten wir uns eher semi gut gelaunt auf die Suche nach der richtigen U-Bahn.
Auch das erwies sich als schwieriger als erwartet, da wir erstmal das richtige Ticket mit dem passenden Bargeld kaufen mussten und so mussten wir noch zwei Mal vom Flughafen runter zur U-Bahn Station laufen, das erste Mal, um überhaupt Bargeld zu holen nachdem wir erfahren haben, dass man beim Kartenautomat nicht mit Karte bezahlen kann und beim zweiten Mal, um uns eben dieses Bargeld wechseln zu lassen, da der Automat auch nur bestimmte Münzen und Scheine annahm. Endlich mit dem richtigen Ticket ausgestattet stiegen wir in die unglaublich saubere U-Bahn, die uns hoffentlich unserem Ziel etwas näher bringen sollte.
Angekommen im Viertel "Geylang" waren wir dann wieder einmal eher planlos und fanden schließlich nach einigen falschen Abbiegungen unser Hotel.
Zu diesem Zeitpunkt waren wir allerdings schon komplett durchgeschwitzt, da sich das schwülheiße Wetter nicht besonders gut mit unseren vollgepackten Backpacks vertrug.
Leider war es trotz der ganzen Strapazen noch viel zu früh, um einzuchecken und so gaben wir nur unsere Rucksäcke dort ab und machten uns kurz frisch, bevor wir in die Innenstadt aufbrachen, obwohl wir zu dem Zeitpunkt eigentlich nichts lieber wollten, als in ein gemütliches Bett im gekühlten Hotelzimmer zu fallen.
Doch da wir nur zwei Tage in Singapur verbringen würden und die kleine "Lobby" des Hotels auch keine einladenden Sofas aufwies, machten wir uns schließlich auf den Weg zur berühmten Marina Bay, dem Hafen Singapurs.
TO BE CONTINUED..
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