Rezension: "Veronika beschließt zu sterben" von Paulo Coelho


Eckdaten:
Titel: Veronika beschließt zu sterben
Autor: Paulo Coelho
Seitenanzahl: 224
Verlag: Diagones

Inhalt:
Veronika ist jung und hat eine vielversprechende Zukunft vor sich - trotzdem beschließt sie eines Abends, sich das Leben zu nehmen. Als der Versuch misslingt, findet sich Veronika in der Psychatrie "Villette" wieder und lernt erst dort, im Angesicht des Todes und mit der Hilfe anderer "Verrückter", was es bedeutet, sein Leben zu lieben und zu genießen.

Meine Meinung:
"Veronika beschließt zu sterben" war mein erstes Coelho Buch und da ich bis dahin nur Gutes von dem Autor gehört hatte, bin ich auch mit dementsprechend hohen Erwartungen an das Buch herangegangen. Wer Coelhos Schreibstil noch nicht kennt, der muss sich sicherlich zunächst einmal an den Schreibstil des Autors gewöhnen, da er gehobenere Sprache benutzt und sich beim Schreiben auch nicht bloß auf das Innenleben einer einzigen Figur konzentriert, sondern durch den Erzähler quasi eine allwissende Perspektive einnimmt. Diese Geschichte um Veronika profitiert jedoch sehr von dieser Erzählperspektive und gibt tiefere Einblicke in die Lebensgeschichten und Gefühle verschiedenster Charaktere, denen Veronika im Laufe ihres Aufenthaltes in der psychiatrischen Anstalt "Villette" begegnet. So lernt der Leser nicht nur durch Veronikas Erfahrungen, sondern auch durch die ihrer Weggefährten und deren Beweggründe werden so ausreichend erklärt und erzeugen den gewünschten Lerneffekt: Sei es nun die Geschichte des Arztes oder der Mitpatientin, alle Charaktere weisen eine gewisse Prise "Verrücktheit" auf, wie Coelho die Individualität und Abweichungen vom "Normalen" im Verhalten und Denken der Charaktere bezeichnet. 
Ich muss sagen, dass mir die Charaktere nicht unbedingt sympathisch geworden sind, ich ihre Handlungen und Gefühle aber dennoch nachvollziehen konnte und daraus lernen konnte und ich glaube, dass Coelho durch seine Geschichte genau diesen Effekt erzielen wollte: Der Leser kann sich zwar noch deutlich von den Figuren abgrenzen, erkennt jedoch eventuell einige Gedankengänge und Verhaltenszüge, die die Charaktere auf übersteigerte Art und Weise aufzeigen, bei sich selbst wieder und kann die Denkansätze, die zur Änderung dieser bei den Charakteren führen, auch auf sich selbst übertragen.
Insgesamt hat mir die Geschichte sehr gefallen und ich konnte definitiv Einiges darauf mitnehmen, jedoch hat sie mich nicht genug persönlich berührt als dass ich sie als für mich sehr gutes und fesselndes Buch bezeichnen würde. Trotzdem kann ich jedem, der gern über den Sinn des Lebens philosophiert, dieses Buch nur ans Herz legen.

Gesamtwertung: 4/5

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